Die kurze Antwort: zwischen 0 € und 10.000 € — und genau deshalb ist sie nutzlos. Die ehrliche Antwort braucht fünf Minuten Lesezeit und ein bisschen Rechnen. Hier ist sie.

Die vier Wege zur Vereinswebsite

WegEinmaligLaufend/JahrWer macht die Arbeit?
Selbst gebaut (Baukasten)0 €120–400 €Du. Für immer.
WordPress + Helfer500–2.000 €200–800 €Du + Plugin-Updates
Klassische Agentur3.000–10.000 €500–1.500 €Die Agentur (gegen Rechnung)
Statische Seite vom Profi1.500–4.500 €50–150 €Einmal richtig, dann Ruhe

Die Spannen sind groß, weil “Vereinswebsite” alles heißen kann — von der digitalen Visitenkarte bis zur Seite mit Mitgliederbereich, Veranstaltungskalender und Spendenformular. Schauen wir uns die Wege einzeln an.

Weg 1: Baukasten (Wix, Jimdo, Squarespace)

Verlockend: 0 € Startkosten, in einem Wochenende zusammengeklickt. Die Wahrheit nach zwei Jahren sieht meist anders aus:

  • Das “kostenlose” Paket zeigt Werbung und eine Fremd-Domain — für einen seriösen Verein keine Option. Das brauchbare Paket kostet 120–400 € pro Jahr, jedes Jahr.
  • Die Person, die die Seite gebaut hat, verlässt den Vorstand. Niemand kennt die Zugangsdaten oder traut sich ran.
  • DSGVO ist bei US-Anbietern eine Grauzone, die ihr als Verein selbst verantwortet.

Baukasten lohnt sich, wenn ihr wenig Budget habt und jemanden, der dauerhaft Lust auf Pflege hat. Das zweite ist die eigentliche Bedingung — und die wird fast immer überschätzt.

Weg 2: WordPress

WordPress betreibt rund 40 % aller Webseiten weltweit, und für manche Projekte ist es die richtige Wahl. Für einen typischen Verein ist es aber Overkill mit Folgekosten:

  • WordPress braucht laufende Updates (Core, Theme, jedes Plugin). Wer sie nicht macht, hat ein Sicherheitsrisiko — gehackte Vereinsseiten sind keine Seltenheit, weil sie das leichteste Ziel sind.
  • Hosting mit Datenbank kostet 5–20 €/Monat.
  • Die Gesamtkosten verstecken sich im Kleingedruckten: Backup-Plugin, Formular-Plugin, DSGVO-Plugin … einzeln günstig, zusammen ein Abo-Stapel.

Faustregel: WordPress ist dann richtig, wenn mehrere Leute wöchentlich Inhalte einpflegen. Wenn sich eure Seite ein paar Mal im Jahr ändert, bezahlt ihr ein Redaktionssystem, das ihr nicht nutzt — und wartet es trotzdem.

Weg 3: Klassische Agentur

Agenturen liefern ordentliche Arbeit, aber ihr Preismodell passt selten zu Vereinen: 3.000–10.000 € für die Erstellung, danach Wartungsverträge ab 500 €/Jahr. Das Budget dafür haben die wenigsten — und oft bezahlt ihr Strukturen mit (Projektleitung, Meetings, Zwischenebenen), die ein Vereinsprojekt gar nicht braucht.

Weg 4: Statische Seite vom Profi — mein Ansatz

Eine statische Seite ist eine Website ohne Datenbank und ohne Redaktionssystem im Hintergrund. Sie wird einmal gebaut und liegt dann als fertige, schnelle Seite auf dem Server. Das verändert die Kostenrechnung grundlegend:

  • Einmalig ab 1.500 € für eine kompakte Vereinsseite (Startseite, Über uns, Termine, Kontakt, Impressum/Datenschutz). Mit Extras wie Mitglieder-Anmeldung, Spendenseite oder Newsletter-Anbindung meist 2.500–4.500 €.
  • Laufend ca. 50 €/Jahr — Domain (5–15 €, je nach Endung) plus ein professionelles E-Mail-Postfach (ca. 36 €/Jahr bei einem EU-Anbieter wie mailbox.org). Alias-Adressen wie info@ und vorstand@ laufen dabei über dasselbe Postfach mit; jedes zusätzliche echte Postfach kostet extra — mit dreien seid ihr bei rund 120–150 €/Jahr. Das Hosting selbst kostet bei modernen statischen Seiten 0 €.
  • Keine Updates, keine Plugins, nichts zu hacken. Eine statische Seite hat keine Datenbank, in die jemand einbrechen könnte.
  • Optional: laufende Betreuung ab 250 €/Monat, wenn ihr regelmäßig Änderungen wollt, oder stundenweise (110 €/h), wenn nur ab und zu was anfällt.

Der Haken, ganz ehrlich: Tagesaktuelle Inhalte selbst einpflegen ist bei statischen Seiten weniger komfortabel als bei WordPress. Dafür gibt es Lösungen (einfache Bearbeitungs-Workflows, die auch Nicht-Techniker bedienen können) — aber wenn euer Verein täglich News veröffentlicht, sprecht das im Vorfeld an.

Die versteckten Kosten, über die keiner redet

Egal welcher Weg — diese Posten tauchen in keinem Angebot auf und kosten trotzdem:

  • Die Zeit eurer Ehrenamtlichen. Eine Baukasten-Seite “für 0 €” kostet real 40–80 Stunden Freizeit. Rechnet das mal gegen.
  • Der Wechsel-Aufwand. Wer beim falschen System landet, zahlt in drei Jahren doppelt: einmal für den Fehlstart, einmal für den Umzug.
  • DSGVO-Nacharbeiten. Abmahnungen wegen Google Fonts, fehlender Datenschutzerklärung oder US-Tracking treffen bevorzugt kleine Organisationen — die wehren sich nämlich selten.

Woran du ein faires Angebot erkennst

  1. Der Anbieter fragt zuerst, was ihr braucht — nicht, was er verkaufen will. Eine Seite mit fünf Unterseiten braucht kein CMS für 5.000 €.
  2. Die laufenden Kosten stehen schwarz auf weiß im Angebot. “Hosting regeln wir später” ist ein Warnsignal.
  3. Ihr bekommt alle Zugänge. Domain, Hosting, Code — alles gehört dem Verein, nicht dem Dienstleister. Sonst seid ihr erpressbar, wenn ihr mal wechseln wollt.
  4. DSGVO ist mitgedacht, nicht draufgeklebt. EU-Hosting, keine US-Schriftarten-Server, saubere Datenschutzerklärung.

Fazit

Eine gute Vereinswebsite kostet 2026 realistisch 1.500–4.500 € einmalig plus 50–150 € im Jahr (je nachdem, wie viele E-Mail-Postfächer ihr braucht) — wenn sie so gebaut ist, dass sie danach keine Arbeit macht. Alles deutlich darunter bezahlt ihr mit der Zeit eurer Ehrenamtlichen, alles deutlich darüber finanziert Strukturen, die euer Verein nicht braucht.

Wenn du wissen willst, wo euer Verein konkret landet: Ich sage dir im kostenlosen Erstgespräch eine ehrliche Zahl — auch wenn die Antwort lautet “nehmt den Baukasten, das reicht für euch”.